Kontrollformen
Weitestgehend frei und selbstbestimmt zu arbeiten,
bedeutet nicht, "unkontrolliert" zu arbeiten. Auch im Werkstattunterricht
werden Arbeitsergebnisse und Lernfortschritte kontrolliert und dokumentiert,
wenn auch anders als im traditionellen Frontalunterricht:
Im Werkstattunterricht gibt es zwei Kontrollebenen:
a) die Ebene der Chefkontrolle während der Arbeit in der Werkstatt und
b) die Ebene der Lehrerkontrolle im Anschluss an eine Werkstatt.
Beide
Kontrollebenen beziehen sich auf die Eintragungen der Schüler in ihrer
Arbeitskarte. Für jede Werkstatt erhält jeder Schüler eine
Arbeitskarte, die zumindest Namen des Kindes, Zeitraum der Werkstatt und Anzahl
der Werkstattangebote enthält. Je nach Klassenstufe und Art der Werkstatt
können diese Arbeitskarten unterschiedlich gestaltet sein. Bewährt
hat sich in jedem Fall das Format DIN A 5, im 1. Schuljahr außerdem
farbiges Kartonpapier anstelle von weißem Kopierpapier. Die verschiedenen
Farben erleichtern die Zuordnung der Arbeitskarte zur aktuellen Werkstatt,
das Kartonpapier ist recht stabil und hält auch ungeübteren Händen
oder groberen Belastungen stand.
Zu
a) Während der Werkstattarbeit ist jedes Kind als Chef für Hilfestellungen,
Beratungen und Kontrollen im Bereich seiner Chefsache verantwortlich. Jeder
Schüler kreuzt die Nummer des Angebotes, das er bearbeitet hat, in seiner
Arbeitskarte an und nimmt diese mit, wenn er seine Arbeit vom jeweiligen Chef
kontrollieren lässt. Ist der Chef mit der Ausführung zufrieden,
kennzeichnet er dies in der Arbeitskarte, indem er die entsprechende Nummer
einkreist oder in dem dafür vorgesehenen Feld unterschreibt. Lediglich
die eigene Chefsache lässt jedes Kind vom Lehrer kontrollieren und einkreisen
bzw. unterschreiben.
Ich habe schon zu Beginn des 1. Schuljahres die Erfahrung
gemacht, dass die Schüler oft strenger kontrollieren, als ich es getan
hätte, und dass berechtigte und begründete Kritik eines Chefs fast
ausnahmslos von den Mitschülern akzeptiert wird. Nur in sehr seltenen
Fällen wurde ich um Rat gefragt, wenn einem Schüler die Maßstäbe
eines Chefs als zu hoch erschienen. Schon früh haben "meine"
Kinder unseren Leitsatz "Selber denken macht klug" begriffen und
bewiesen, dass sie ihre Ziele selbst erreichen wollten, indem sie - obgleich
das oftmals ein Leichtes wäre - nicht "abguckten" oder "pfuschten".
Beispiel für Arbeitskarte Klasse 1: Hier
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Beispiel für Arbeitskarte Klasse 2 - 4: Hier
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Zu b) Im Anschluss an eine Werkstatt übertrage ich die Angaben der Arbeitskarten
in Übersichtslisten. So erhalte ich Informationen über die Aktivitäten
der einzelnen Schüler und über die Attraktivität der einzelnen
Werkstattangebote.
Beispiel für eine Gesamtübersicht: Hier
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