Werkstattunterricht

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Was ist Werkstattunterricht?

Auf diesen Seiten möchten wir Ihnen einige Grundlagen zum Werkstattunterricht vorstellen. Weiterführenden sowie vertiefende Informationen finden Sie in unserem "Grundlagenband Werkstattunterricht".

Vorbemerkung
Der auf diesen Seiten vorgestellte Werkstattunterricht ist nicht DER Werkstattunterricht schlechthin, sondern meine Form des Werkstattunterrichts, die sich über Jahre in verschiedenen Klassen bewährt hat. Die Schreibweisen "Lehrer" und "Schüler" verwende ich der besseren Lesbarkeit wegen; selbstverständlich schließen sie Lehrerinnen und Schülerinnen mit ein!

Grundlagen

Werkstattunterricht kann auch auf dem Boden stattfinden... Steffen und Sebastian lösen Rechenaufgaben vom Band.Werkstattunterricht ist eine Form der "Freien Arbeit", die ein weitestgehend individualisierendes und differenzierendes Lernen ermöglicht, ohne dadurch in die Beliebigkeit des "Hauptsache, jedes Kind ist beschäftigt" abzugleiten. Im Werkstattunterricht wird die Klasse nicht "im Gleichschritt marsch" in einem Fach unterrichtet; der Lehrer stellt - in der Regel zu einem Oberthema - Lernangebote zusammen, die den gesamten Fächerkanon der Grundschule abdecken können.

Der Werkstattunterricht ist weder eine neue "Erfindung" noch ein "Experiment", sondern eine anerkannte und bewährte Unterrichtsmethode, die den Forderungen der Richtlinien für den Unterricht in der Grundschule nach innerer Differenzierung in besonderem Maße gerecht wird. Während in den Klassen 3 und 4 der Schwerpunkt im Lernbereich "Sachunterricht" liegt, in den Inhalte der anderen Fächer einfließen, enthalten die Werkstätten für die Klassen 1 und 2 vermehrt Angebote zum grundlegenden Lernen, wie z.B. Übungen zur Konzentrationsförderung, zur Stärkung der Feinmotorik oder zur Einübung diverser Arbeitstechniken.

Die für den Werkstattunterricht zur Verfügung gestellte Zeit sollte mindestens 50% des Unterrichtes ausmachen; in der übrigen Zeit finden gemeinsame Aktivitäten wie Musizieren, künstlerisches Gestalten, Sport, Entspannungsübungen, Diskussionen, Vorträge, "Blitzrechnen" u.ä. statt.

In der Regel ist eine Werkstatt für etwa drei Wochen geplant; es kommt aber auch vor, dass eine Werkstatt schon nach zwei Wochen "abgefressen" ist (dann war sie entweder besonders ansprechend und spannend, oder aber nicht anspruchsvoll genug) oder dass sie auf vier Wochen verlängert werden muss (dann war sie wenig ansprechend oder zu anspruchsvoll). Keinesfalls sollte man an dem vorab geplanten Zeitraum unbedingt festhalten wollen, sondern flexibel auf die Situation reagieren und auf die Zeitbedürfnisse der Schüler eingehen.

Auch, wenn nur ein Kind als Schriftführer fungiert: Bei Gruppenarbeiten im Werkstattunterricht denken und diskutieren alle Beteiligten mit.Konkret kann eine Werkstatt folgendermaßen aussehen: Der Lehrer bereitet mindestens so viele Lernangebote vor, wie Schüler in seiner Klasse sind, da jedes Kind für eines der Angebote verantwortlich ist
(Chefprinzip). Zusätzlich steht immer das Angebot "Freie Wahl" zur Verfügung (Angebote). Bewährt hat sich die Präsentation der Lernangebote in Ablagekästen, die übersichtlich und gut zugänglich auf den Fensterbänken oder in Regalen stehen. An jedem Ablagekasten befinden sich - je nach Klassenstufe - zumindest die Nummer des Angebotes und der Name des "Chefs", ggfs. auch Titel oder Symbole, die das Einordnen der Materialien nach dem Gebrauch erleichtern.

Eines Tages kam eine Kollegin, die dem Werkstattunterricht sehr skeptisch gegenüber stand und gleichzeitig beeindruckt war, wie erfolgreich schon mein erstes Schuljahr arbeitete, auf mich zu und bat mich um Hilfestellung bei ihrem ersten Werkstattversuch. "Ich glaube zwar nicht, dass das in meiner Klasse klappt, aber ich kann es ja mal versuchen." Nur mit sehr gemischten Gefühlen unterstützte ich diesen Versuch, denn wer so sehr vom Scheitern des Vorhabens überzeugt ist, der wird keine großen Erfolge feiern können. Und tatsächlich - diese Probe-Werkstatt ging mit Pauken und Trompeten unter. "Meine Kinder sind zu blöd dazu! Du hast eben Glück mit deiner lieben Klasse. Das geht gar nicht in allen Klassen." So die anschließenden Kommentare der Kollegin.

Nun - Werkstattunterricht ist kein Zauberstab,Leoni und Luisa haben es sich in der Leseecke gemütlich gemacht, um gemeinsam ein Angebot aus der Kalender-Werkstatt zu bearbeiten. der eine schlecht erzogene Klasse in lauter fleißige Engel verwandelt, aber wer mit Vertrauen in seine Klasse und in die Methode seine ersten Gehversuche mit dem Werkstattunterricht macht, der wird dafür sorgen können, dass sich ein Klima entwickelt, in dem die Kinder zu einem Team werden und ihre Aufgaben für- und miteinander ernst nehmen.

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Inhalt:
- Grundlagen
- Chefprinzip
- Angebote
- Kontrolle
- Auswirkung